Landtagswahl Sachsen-Anhalt · 6. September 2026
14.315Erststimmen
Danke.
Am Sonntag haben 14.315 Menschen im Wahlkreis 33 Merseburg mir ihre Erststimme gegeben. Das sind 51,2 Prozent und damit mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen. Ich weiß, was das bedeutet, und ich weiß auch, dass es nicht selbstverständlich ist.
Es waren Sie. Nicht die Umfragen.
Wahlabende haben einen eigenen Takt. Um achtzehn Uhr wird es kurz still, dann kommt die erste Zahl, und danach redet niemand mehr leise. Ich habe diesen Moment am Sonntag nicht allein erlebt, sondern mit den Menschen, mit denen ich die Wochen davor an Klapptischen gestanden habe.
Zwischen Ende Juli und dem Wahltag waren wir elf Mal draußen. In Merseburg-West an der Klobikauer Straße, in Leuna am Platz am Haupttor, in Braunsbedra vor der Sparkasse, in der Gotthardstraße, am Entenplan. Bei Hitze, bei Wind, manchmal vor drei Leuten und manchmal vor dreißig. Wer glaubt, Wahlkampf sei eine Sache von Plakaten, war nie um sieben Uhr morgens dabei, wenn ein Pavillon aufgebaut wird.
Und dann war da der 22. August. Rund achttausend Menschen auf der Rischmühleninsel, ein Kinder- und Familienfest, bei dem vier Stunden lang niemand über Prozente gesprochen hat. Für mich war das der Tag, an dem klar wurde, dass diese Wahl anders laufen würde als die Sonntagsfragen es vorzeichneten. Nicht wegen der Zahl der Besucher, sondern wegen der Stimmung: entspannt, familiär, ohne die Verkrampfung, die man unserem Land gern nachsagt.
An die Wählerinnen und Wähler
Ich bin seit 2018 im Landtag von Sachsen-Anhalt. Aber ich bin bis Sonntag immer über die Landesliste hineingekommen, nie über den eigenen Wahlkreis. Das ist ein Unterschied, den man von außen kaum sieht und der innen alles bedeutet: Ein Listenmandat gibt einem die Partei. Ein Direktmandat geben einem die Nachbarn.
Deshalb ist der 6. September für mich kein Etappensieg, sondern ein Auftrag mit Absender. Sie wissen, wo ich wohne. Sie treffen mich im Supermarkt. Das ist die beste Kontrollinstanz, die es in der Politik gibt, und ich möchte sie ausdrücklich nicht loswerden.
Mein Dank gilt auch denen, die am Sonntag anders abgestimmt haben. Ein Wahlkreis besteht nicht nur aus den eigenen Wählern, und ein Abgeordneter vertritt nicht nur die Hälfte, die ihn gewählt hat. Wer ein Anliegen hat, bekommt einen Termin, unabhängig davon, wo sein Kreuz war. Das war vorher so und ändert sich jetzt nicht.
An das Team
Eine Kandidatur ist eine Mannschaftsleistung, auch wenn am Ende nur ein Name auf dem Stimmzettel steht. Ich danke den Mitgliedern und Helfern des AfD-Kreisverbandes Saalekreis: den Plakatierern, die nachts mit der Leiter unterwegs waren, den Leuten am Grill, denen, die Flyer gefaltet, Stände auf- und abgebaut, Getränke geschleppt und Gespräche geführt haben, für die ich nie Zeit gehabt hätte.
Ich danke den Kolleginnen und Kollegen aus der Landtagsfraktion, die im Wahlkreis 33 aufgetreten sind, obwohl sie ihre eigenen Wahlkreise zu verteidigen hatten. Und ich danke Ulrich Siegmund und allen, die die Landeskampagne getragen haben.
Der größte Dank geht nach Hause. Wahlkampf heißt: sechs Wochen lang ist der Vater am Wochenende weg. Meine Familie hat das mitgetragen, ohne dass ich darum bitten musste. Das war die eigentliche Leistung dieses Sommers, und sie steht in keiner Statistik.
Was jetzt kommt
Der neue Landtag konstituiert sich in den kommenden Wochen, danach werden die Ausschüsse besetzt. Bis dahin bleibt vieles offen, auch die Frage, wie in Sachsen-Anhalt regiert wird. Ich halte nichts davon, darüber jetzt Ankündigungen zu machen; entschieden wird das nicht auf einer Internetseite.
Woran ich mich messen lassen will, steht dagegen längst fest und hat sich durch den Wahlabend nicht geändert: die Industriearbeitsplätze im Saalekreis, von Leuna über Schkopau bis Buna. Bezahlbare Energie. Krankenhäuser und Geburtshilfe, die man in vertretbarer Zeit erreicht. Eine Familienpolitik, die entlastet statt zu verwalten. Und ein Rundfunk, der seinen Beitrag wert ist.
Fünf Jahre sind eine lange Zeit und ein kurzer Zeitraum zugleich. Fangen wir an.
Daniel WaldMitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt · Wahlkreis 33 Merseburg
Woher die Zahlen kommen.
Vorläufiges amtliches Ergebnis der Landeswahlleiterin, Stand 7. September 2026. Nach der Feststellung durch den Landeswahlausschuss können sich die Werte in den Nachkommastellen noch verschieben.
- 51,2 %der Erststimmen im Wahlkreis 3314.315 Stimmen
- 7.106Stimmen Vorsprung25,4 Prozentpunkte
- 73,6 %Wahlbeteiligung im Wahlkreis28.313 von 38.482
- +24,5Punkte Zweitstimmen gegenüber 202124,5 % → 49,0 %
Das vollständige Ergebnis mit allen Kandidaten und den Zweitstimmen steht auf der Startseite. Amtliche Quelle: Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
